In diesem Wiki-Bereich erfahren Sie, wie Sie Ihre Kurse in ILIAS barrierefrei gestalten und die Nutzung für Studierende mit Seh-, Hör-, Mobilitäts- oder kognitiven Beeinträchtigungen verbessern.

Barrierefreie Lerninhalte sind ein zentraler Bestandteil einer inklusiven Hochschulbildung. Sie ermöglichen allen Studierenden – unabhängig von individuellen Einschränkungen – gleichberechtigten Zugang zu Wissen und fördern damit Chancengleichheit im Studium. Dieses Prinzip orientiert sich am Beschluss der Hochschulrektorenkonferenz aus dem Jahr 2009, der das Ziel einer „Hochschule für alle“ ausdrücklich unterstützt.

Barrierefreie Lerninhalte sind ein zentraler Bestandteil einer inklusiven Hochschulbildung. Sie ermöglichen allen Studierenden – unabhängig von individuellen Einschränkungen – gleichberechtigten Zugang zu Wissen und fördern damit Chancengleichheit im Studium. Dieses Prinzip orientiert sich am Beschluss der Hochschulrektorenkonferenz aus dem Jahr 2009, der das Ziel einer „Hochschule für alle“ ausdrücklich unterstützt.

Zum Beispiel:

  • Blinde Studierende nutzen Screenreader, die Texte vorlesen.
  • Gehörlose Studierende brauchen Untertitel in Videos.
  • Personen mit motorischen Einschränkungen navigieren per Tastatur oder Spracherkennung.
  • Studierende mit psychischen Beeinträchtigungen oder Teilleistungsstörungen nutzen assistive Technologien oder benötigen mehrere Handlungsoptionen sowie klare Strukturen.

Wenn Inhalte nicht barrierefrei sind, können Studierende nicht effektiv am Lernen teilnehmen.

Dabei sollten die Prinzipien der Barrierefreiheit beachtet werden:

Wahrnehmbarkeit, Bedienbarkeit, Verständlichkeit und Robustheit

Alternative Textbeschreibungen, Kontrastanpassungen, Screenreader sowie die Tastatur-Navigation sind wichtige Instrumente der Barrierefreiheit, ebenso wie eine reizarme, übersichtliche und gut strukturierte Aufbereitung der Lerneinheiten zur Verbesserung der Verständlichkeit.

Barrierefreies Lernen beginnt bereits bei der Planung der Lerninhalte. Das Konzept des Universal Design for Learning (UDL) bietet hierfür gezielte Strategien, um die Zugänglichkeit für vielfältige Lernbedürfnisse zu verbessern. Im Mittelpunkt steht die Gestaltung flexibler Curricula, die Lerninhalte in unterschiedlichen – insbesondere multimedialen – Formaten bereitstellen und allen Lernenden verschiedene Bearbeitungsoptionen eröffnen.

Hinweise zur Nutzung


Dieser Wiki-Bereich soll Ihnen dabei helfen, die Prinzipien der Barrierefreiheit in ILIAS gezielt umzusetzen, und ist für die ILIAS Version 9 verfasst.

Viele Funktionen in ILIAS sind bereits barrierefrei. Damit dies auch weiterhin gewährleistet bleibt, ist es wichtig, bei der Nutzung der einzelnen Elemente auf ihre Barrierefreiheit zu achten.

Die einzelnen Kapitel erläutern die bestehenden Hindernisse und die entsprechenden Lösungsansätze, um eine barrierefreie Nutzung sicherzustellen. Elemente innerhalb von ILIAS, die potenzielle Barrieren darstellen, sind klar gekennzeichnet. Darüber hinaus enthält das Dokument eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, die Ihnen eine direkte Umsetzung der Maßnahmen ermöglicht.

Testen Sie selbst die Barrierefreiheit Ihrer Inhalte in ILIAS, indem Sie beispielsweise die Navigation ausschließlich mit der Tastatur durchführen, die Vergrößerungsfunktion in Ihrem Browser verwenden oder sich die Inhalte über Ihr Betriebssystem (sofern vorhanden) vorlesen lassen. Beachten Sie, dass Beeinträchtigungen vielfältig sind und hier nur Teilaspekte genannt werden. Es empfiehlt sich, aktiv in das Gespräch mit betroffenen Studierenden zu gehen.

Die ILIAS-Community arbeitet kontinuierlich daran, technische Barrieren zu minimieren, sodass der Weg zum barrierefreien Lernen für Studierende stetig verbessert wird. Dabei sind Lehrende und Studierende eingeladen, durch Rückmeldungen aus der Praxis aktiv mitzuwirken. Sollten Barrieren bei der Nutzung von ILIAS auftreten, die über das vorliegende Dokument hinausgehen, melden Sie sich gerne (Emailadresse: ilias-support@uni-duesseldorf.de).


Übersicht: Was führt zu Barrieren in ILIAS?

  • Fehlende Kapitelstrukturen, Sprunglinks oder semantische Formatvorlagen z.B. für Überschriften in umfangreichen Texten oder ILIAS-Kursen erschweren die reine Tastaturnavigation für Menschen mit motorischen Einschränkungen und führen schnell zur kognitiven Überlastung.
  • Die Verwendung von nicht barrierefreien Materialien in den Kursen, wie beispielsweise eingescannte, unstrukturiert formatierte oder unlesbare PDFs oder Präsentationen, wodurch der Inhalt für zahlreiche Lernende unzugänglich gemacht wird.
  • Die Vermittlung wichtiger Informationen ausschließlich über visuelle Elemente, beispielsweise Bilder ohne Alternativtexte oder farbliche Markierungen von Texten. Sehbehinderte Personen können diese Inhalte nicht wahrnehmen.
  • Videos ohne Untertitel oder ohne die Möglichkeit, direkt zu bestimmten Stellen im Video zu springen (sog. Sprungmarken), sind für gehörlose Menschen unverständlich und teilweise für neurodivergente Menschen hinderlich.
  • Texte mit geringem Farbkontrast, etwa hellgraue Schrift auf weißem Hintergrund oder problematische Kombinationen wie Rot und Grün, beeinträchtigen die Lesbarkeit beispielsweise bei einer Rot-Grün-Schwäche erheblich.
  • Ein nicht responsives Design passt Inhalte nicht an Vergrößerungen an, sodass horizontales Scrollen nötig wird – eine große Barriere für sehbehinderte Nutzerinnen und Nutzer.
  • Überladene Kursseiten mit langen Absätzen ohne Überschriften und einer Vielzahl an Bildern können zu Überreizung und erheblichen Orientierungsschwierigkeiten bei Studierenden führen.

Lizenziert unter CC BY 4.0. Nennung gemäß TULLU-Regel bitte wie folgt: Schmitz, Andrea; Grotz, Kendra; Seidel, Elyesa; Brinkmann, Elena (2025). Handreichung – Barrierefreiheit in ILIAS. Lizenz: CC BY 4.0. Ausgenommen von der Lizenz sind die verwendeten Logos, die Bilder (eigene Lizenzen) und die Screenshots von Programmoberflächen.

Stand: Oktober 2025

zurück zum Seitenanfang